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Damals gelacht – Keiner geglaubt – Heute erzählt
von Olaf L. und Olaf N.
Hatte die Wismar nach einer Seefahrt im Hafen angelegt, wartete die Besatzung jedesmal sehnsüchtig auf das Klingelsignal, mit dem die Bereitschaftsstufe I aufgehoben wurde. Danach konnte der Hafenbetrieb wieder hergestellt werden. Meistens endete damit eine mehrtägige Fahrt in See mit langen Wachen, Übungen und wenig Schlaf. Jeder freute sich auf eine warme Dusche und darauf, nach langer Zeit mal wieder richtig auszuschlafen.
Die Offiziere des Schiffes beeilten sich, die Pistole, die sie während des Aufenthaltes in See mit sich führen mussten, im Handfeuerwaffen-Hellegat abzugeben. Bei der Abgabe war zu kontrollieren, dass sich keine Patrone im Lauf befand. Der Träger der Waffe entfernte dazu zunächst das Magazin. Wenn er danach den Verschluss zurückzog, konnten sich Träger und Hellegatverwalter gemeinsam davon überzeugen, dass auch der Lauf der Waffe war. Zur Sicherheit betätigt der Träger dann noch den Abzug, wobei er er den Lauf der Waffe auf eine extra für diesen Zweck aufgestellte Sandkiste zu richten hatte.
Vielleicht führte die besondere Situation beim Hafenklarmachen dazu, dass die Konzentration des jungen GA II-Kommandeurs am Ende einer Seefahrt im Jahr 1987 nachließ. Bei der Abgabe seiner Pistole verwechselte er ganz einfach die Reihenfolge beim Entladen – mit fatalen Folgen. Er entsicherte die Waffe, und anstatt nun zuerst das Magazin abzunehmen, zog er den Schlitten nach hinten und lies ihn wieder vorschnallen. Damit befand sich eine Patrone im Lauf der Waffe. Nun erst nahm er das Magazin ab – und zog den Abzug durch. Der Schuß löste sich. Die Sache wäre ungefährlich gewesen, wenn der GA II-Kommandeur die Waffe auf die Sandkiste gerichtet hätte. Die Kugel schlug aber neben der Sandkiste schräg auf den Stahlboden, prallte dort ab und irrte weiter durch das Hellegat.
Unter dem Handfeuerwaffen-Hellegat befand sich die Kammer der Maschinenoffiziere. Der Leitende Ingenieur kam gleich nach noch oben in den Hauptbetriebsgang, um herauszufinden, was die Ursache für den mörderischen Schlag auf seiner Kammerdecke war. Eine Verkettung unglücklicher Umstände brachte damals einige Besatzungsmitglieder in große Gefahr, Glück im Unglück: Nur am Boden des Hellegats blieb eine Beule zurück.