ÿþ<!DOCTYPE html PUBLIC "-//W3C//DTD XHTML 1.0 Strict//EN" "http://www.w3.org/TR/xhtml1/DTD/xhtml1-strict.dtd"> <html xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"> <head> <title>KSS Wismar &ndash; Geschichten: &#187;HBS an 1/Chemie&#171;</title> <meta http-equiv="Content-Type" content="text/html; charset=us-ascii" /> <meta http-equiv="content-language" content="de" /> <meta http-equiv="Copyright" content="Copyright by Webmaster KSS Wismar" /> <meta name="keywords" content="KSS Wismar, 241, K&#252;stenschutzschiff, Wismar, UAW, UAW-Schiff, Volksmarine, Marine, Marinekameradschaft" /> <meta name="description" content="" /> <meta name="robots" content="index, follow" /> <meta name="generator" content="UltraEdit v8.00 + HTML Tidy, see www.w3.org" /> <meta name="date" content="2007-01-18T21:43:21+02:00" /> <link rel="stylesheet" type="text/css" href="../base.css" /> </head> <body id="MyBody"> <p> <a href="../index.html">Home</a> | <a href="../bilder/index.html">Bilder</a> | <a href="../daten/index.html">Daten</a> | <a href="index.html">Geschichten</a> | <a href="../links.html">Links</a> | <a href="../guestbook.aspx">G&#228;stebuch</a> | <a href="../mail.aspx">Kontakt</a></p> <hr /> <h1> Geschichten</h1> <p> <strong>Damals gelacht &ndash; Keiner geglaubt &ndash; Heute erz&#228;hlt</strong></p> <hr /> <h2> &#187;HBS an 1/Chemie&#171;</h2> <p style="font-style: italic"> von Olaf N.</p> <p> <img style="border: none" src="innen009.jpeg" width="450" height="319" alt="" /><br /> <small>Hauptbefehlsstand (Pult mit zwei Drehstühlen) und Brücke.<br /> Nachts wurde die Brücke vom Hauptbefehlsstand mit Verdunklungsvorhängen abgetrennt.</small></p> <p> Das U-Boot-Abwehrschiff &#187;Wismar&#171; hatte im Sommer 1985 mit drei Schwesterschiffen das Torpedo&#252;bungsschie&#223;en im russischen Ostsee-&#220;bungsgebiet vor Baltijsk absolviert und fuhr mit 18 Knoten in Richtung Heimat.</p> <p> Auf der Br&#252;cke der &#187;Wismar&#171; &ndash; Kommandozentrale und Schiffsf&#252;hrungsstand &ndash; herrschte entspannte Atmosph&#228;re. Der Kommandant hatte seinen Ersten Offizier unter Deck geschickt und die Schiffsf&#252;hrung &#252;bernommen. Bei strahlendem Sonnenschein und wenig Wolken war die Sicht frei bis zum Horizont. Eine schwache Brise brachte nur kleine Wellen zum Kr&#228;useln. Kein Schiff war weit und breit zu sehen. Man sah es &#187;dem Alten&#171; an, er genoss es, dem Schiff dabei zuzusehen, wie es getrieben von den drei gleichm&#228;&#223;ig brummenden Schiffsdieseln seine Bahn durchs Wasser zog. Die Schotts zu den seitlichen Ausguckst&#228;nden, den so genannten Nocks, waren weit ge&#246;ffnet und lie&#223;en frische Seeluft in die Br&#252;cke. Das dumpfe, monotone Motorenger&#228;usch vermischte sich mit dem Rauschen der Bugwelle.</p> <p> Hin und wieder gingen im mittleren Teil der Br&#252;cke, auf dem Hauptbefehlsstand, der von der Besatzung nur kurz HBS genannt wurde, Meldungen und Sprechfunkmitteilungen ein. Auf dem Bedienpult des HBS m&#252;ndete die schiffsinterne Sprechanlage, die so genannte Befehls&#252;bermittlungsanlage &ndash; kurz: B&#220; &ndash; mit der Bezeichnung &#187;Kaschtan&#171;. Die Sprachausgabe erfolgte &#252;ber Lautsprecher. Gesprochen wurde in ein Mikrofon, welches wegen seiner leicht gebogenen Form den Namen &#187;Banane&#171; verpasst bekommen hatte. Die Banane war aus sehr festem, braunem Kunststoff und &#252;ber eine schwarze, gewendelte Leitung, so wie man sie von Telefonen kennt, mit dem Bedienpult verbunden. Wer sprach, musste einen seitlich angebrachten Knopf mit dem Daumen fest eindr&#252;cken. F&#252;r m&#246;glichst viel Bewegungsfreiheit waren die Leitungen sehr lang, auf dem HBS eigentlich zu lang. Die Besatzungen f&#252;hrten die Leitungen deshalb auf etwa halber L&#228;nge an der Decke des HBS durch eine Kabelschlaufe und lie&#223;en das andere Ende mit der Banane bis kurz &#252;ber dem Bedienpult des HBS frei herunterh&#228;ngen. Auf diese Weise hatte jede Banane einen festen Platz. Bei Seegang baumelte sie zwar vor der Nase des Wachoffiziers herum, konnte daf&#252;r aber nicht vom Bedienpult herunterrutschen und war immer leicht zu greifen.</p> <p> Gleich neben der B&#220; war im Bedienpult des HBS auch die Steuerung der UKW-Sprechanlage &#187;R-619&#171; eingebaut, &#252;ber die der Sprechfunkverkehr zwischen den Schiffen und zu den Sprechfunkstationen an Land abgewickelt wurde. Auf den ersten Blick sah das Mikrofon der UKW-Sprechanlage f&#252;r Bordfremde (Stabsoffiziere oder &#228;hnliche Badeg&#228;ste) dem der B&#220; sehr &#228;hnlich. Allerdings war das Mikrofon der UKW-Sprechanlage etwas robuster und st&#228;rker als bei der schiffsinternen B&#220; ausgef&#252;hrt. Und die Ummantelung der gewendelten Verbindungsleitung erinnerte hier schon eher an das Gummi von Fahrradschl&#228;uchen.</p> <p> Nachdem auf der Br&#252;cke schon lange keine Meldung mehr eingegangen war, ert&#246;nte pl&#246;tzlich aus einem Lautsprecher des HBS der Ruf &#187;HBS an 1/Chemie&#171;, der sofort alle irritierte, denn auf dem HBS konnte nicht ein Anruf vom HBS eingehen. &#187;HBS an 1/Chemie&#171; ist der Ruf des HBS an die Gefechtsstation 1/Chemie, diese befindet sich im Wachstand des Schiffes, gleich neben der Pantry. In der Pantry des Schiffes wird der Kaffee f&#252;r die Offiziere auf der Br&#252;cke zubereitet. Da w&#228;hrend der Seefahrt nur unregelm&#228;&#223;ig und meistens kurz geschlafen wird, bestellte der HBS bei 1/Chemie oft Kaffee und rief deshalb entsprechend oft &#252;ber die B&#220; &#187;HBS an 1/Chemie&#171;. Dass der Ruf des HBS nun aber auf dem HBS einging, war eigentlich unm&#246;glich.</p> <p> Kommandant und Wachoffizier dachten noch immer etwas fassungslos &#252;ber das gerade Geh&#246;rte nach, da ert&#246;nte der Ruf noch einmal, diesmal allerdings etwas lauter und mit festerer Stimme: &#187;HBS an 1/Chemie&#171;. Nun war schlagartig allen auf der Br&#252;cke der Wismar klar, was passiert war und warum der Rufer keine Antwort bekam. Auf einem Nachbarschiff musste ein Wachoffizier die Gefechtsstation 1/Chemie nicht mit dem Mikrofon der internen B&#220;, sondern der UKW-Sprechanlage gerufen haben. Die Gefechtsstation 1/Chemie dieses Schiffes konnte den Ruf nicht h&#246;ren, daf&#252;r aber die Br&#252;ckenoffiziere der Nachbarschiffe.</p> <p> Gerne wetteiferten Kommandanten miteinander, und kein seem&#228;nnisches oder anderes Missgeschick sollte unausgewertet bleiben. Deshalb achtete auch jeder mit Argusaugen darauf, dass kein Schnitzer unentdeckt und ohne Gel&#228;chter blieb. Der Alte, ohnehin gut ausgeruht und bester Laune, war jetzt hellwach. Um die Situation auszukosten griff er zum Mikrofon der UKW-Sprechanlage und begann sein Spiel mit der korrekten Meldung f&#252;r Empfangsbereitschaft: &#187;1/Chemie&#171;. Alle anderen Anwesenden auf der Br&#252;cke der &#187;Wismar&#171; sahen entgeistert zu ihm und hielten inne. Die Gegenseite hatte ihr Versehen offenbar nicht bemerkt und f&#252;hrte das Gespr&#228;ch &#252;ber die UKW-Sprechanlage weiter: &#187;Vier Kaffee auf den HBS&#171;. Nun musste der Alte die Katze aus dem Sack lassen. Er tat es auf seine Weise. Anstatt den Befehl zu wiederholen und den korrekten Empfang zu best&#228;tigen, stellte er eine R&#252;ckfrage, die f&#252;r die Gefechtsstation 1/Chemie undenkbar gewesen w&#228;re: &#187;Kann ich auch einen haben?&#171;</p> <p> Auf der Br&#252;cke der Wismar brach in diesem Augenblick schallendes Gel&#228;chter aus. Noch lange wurde &#252;ber diese sch&#246;ne Geschichte herzhaft gelacht. Jahre sp&#228;ter sollte sie in gem&#252;tlicher Runde immer wieder gern erz&#228;hlt werden und f&#252;r Heiterkeit sorgen. Auf dem UKW-Kanal herrschte an diesem Tag allerdings erst einmal Schweigen.</p> <hr /> <address> <a href="../mail.aspx">Webmaster</a> Letzte &#196;nderung: 2007-01-18&#160;21:43:21<br /> <a href="http://validator.w3.org/"> <img src="../valid-xhtml10.gif" alt="Valid XHTML 1.0!" height="31" width="88" style="border: none" /></a> <a href="http://jigsaw.w3.org/css-validator/"> <img src="../valid-css.gif" alt="Valid CSS1!" height="31" width="88" style="border: none" /></a> <a href="http://www.w3.org/WAI/WCAG1AAA-Conformance" title="Explanation of Level Triple-A Conformance"> <img src="../wcag1aaa.gif" alt="Level Triple-A conformance icon, W3C-WAI Web Content Accessibility Guidelines 1.0" height="32" width="88" style="border: none" /></a> </address> </body> </html>