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Die Eisfahrt 1985
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Der Kommandant erinnert sich: »Die Eisfahrt war eigentlich nichts anderes, als der Versuch nach 4 Wochen "Vereinte B-USSG" in Swinemünde und weiteren 2,5 Wochen unfreiwilligen Nachschlags wegen der Eisdecke auf der Ostsee wieder an die heimischen Herde zu gelangen. Dass wir dafür 3 Tage und diverse Adrenalienstöße brauchen würden, ahnten wir beim tränenreichen Abschied von unseren Waffenbrüdern, die wir nun tatsächlich näher kennengelernt hatten, noch lange nicht.
Übrigens hielt sich danach noch recht lange das hartnäckiges Gerücht, dass unser PV jeden der 5 verfügbaren Partisanenfilme schon am Laufgeräusch der Filmrollen erkennen konnte. Aber das hing nur indirekt mit der Eislage zusammen und ist auch eine andere Geschichte.
Am dritten Tag flog (Darßer Ort - Warnemünde) sogar ein Hubi für uns Eisaufklärung und der ACH kam uns auf einem eisbrechenden Schlepper als Hilfe entgegen. Das hätten wir an den ersten beiden Tagen wirklich besser gebrauchen können. Da erinnere ich mich nur noch an sich ständig wiederholende Dialoge über eine gedeckte Nachrichtenverbindung:
| FCH: | Melden Sie Eislage! |
| Kmdt: | Unverändert, 100% Bedeckung, Scholleneis, gebrochenes Eis, Stärke 10 - 40 cm. |
| FCH: | Können Sie in freies Wasser ausweichen? |
| Kmdt: | Nein. |
| FCH: | Melden Sie Ihren Entschluß! |
| Kmdt: | Fortsetzung der Überfahrt. |
| FCH: | Ich bestätige Ihren Entschluß. |
Und so erreichten wir dann am 3. Tag freieres Wasser beim Darß und wir hatten den Nachweis erbracht, daß die Wisnar auch in einem ca. 4 kbl großen Wasserloch 15 min lang mit Ruder Bb 20° freibrennen kann. (Der eine Frachter in Sichtweite dachte bestimmt, ... jetzt ist der "Graue" vollens durchgedreht ...)«
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